Rupp Spritzguss-Technik

mit Herz und Know-how

Aktuelles

Aktuelles

lesenswert - bemerkenswert - nachdenkenswert
Zugegeben, das kürzlich in deutscher Sprache erschienene Buch der Brüder David und Tom Kelley mutet manchmal sehr amerikanisch an. Letztlich zählt aber, dass die Autoren den kreativen Prozess in für jeden nachvollziehbare Schritte zerlegen. Ein Übungsteil am Schluss des Buches, bietet die Möglichkeit, die neuen Erkenntnisse gleich auszuprobieren.
Buchtipp: Kreativität trainieren„Der wahre Wert der Kreativität zeigt sich erst dann, wenn man den Mut aufbringt, auch nach diesen Ideen zu handeln und sie in die Tat umzusetzen“, schreiben die Autoren. Diesen Satz kann man als Kernsatz des Buches betrachten. Für die Autoren bedeutet Kreativität, Ideen auszuprobieren und umzusetzen, auch wenn man dabei das Risiko des Scheiterns eingeht. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Fähigkeiten eines Teams sehen sie als entscheidenden Baustein für Kreativität.

Keine Angst vor Fehlern


Man solle sich ein Beispiel an Kindern nehmen, schlagen die Autoren vor. Die lernten durch Versuch und Irrtum und seien sehr stolz, wenn sie dann Erfolg hätten. Um Erfolgserlebnisse zu haben, sei es empfehlenswert, möglichst schnell auch mit provisorischen Lösungen zu arbeiten, denn jedes Mal, wenn sich etwas als nicht perfekt erweise, lerne man dazu und könne neue Experimente wagen. Dabei sind die Autoren keineswegs praxisfremd, denn beide sind erfolgreiche Unternehmer. Sie empfehlen, sich mit Kunden und anderen Partnern auszutauschen, Mitarbeiter und Praktiker zu befragen.

Auch die Frage „woher die Ideen nehmen?“ beantworten die Autoren, erklären Methoden und Zugangsweisen wie recherchieren, Gegebenes hinterfragen, andere Standpunkte und Perspektiven einnehmen. Perfektionismus sei der Feind alles Neuen, sagen die Kelleys. Besser sei es zum Beispiel, schnell und kostengünstig Prototypen zu entwickeln und sie in der Praxis zu testen, auf Feedback zu reagieren und zu korrigieren. Experimentierfreude führe schneller zu Innovationen als der Zwang zur Perfektion. „Allein dadurch, dass man überhaupt aktiv wird, ist man gegenüber 99 Prozent der Menschen bereits im  Vorteil“, schreiben sie.

Die richtigen Grundlagen schaffen

Die Kelleys sind überzeugt, dass Kreativität in der Gruppe am besten gedeiht und dass es Aufgabe der Führungskräfte ist, Kreativität im Unternehmen zu unterstützen und zu fördern. Das beginne bei angenehmen Räumlichkeiten mit dem richtigen Licht und guter Akustik und gehe bis zur Unternehmenskultur. Mitarbeiter müssten erleben können, was es bedeute, kreativ zu sein. Voraussetzung dafür seien flache Hierarchien, Teamgeist, Zurückhaltung mit Kritik, die Möglichkeit zum Austausch mit anderen und eine Kultur, die Stärken fördert und Fehler zulässt. Kritik muss erlaubt sein, aber nicht nach dem Motto: „Klappt nicht, haben wir schon probiert.“ Mitarbeiter müssen die Sicherheit erhalten, dass ihre Ideen ernst genommen werden, auch wenn sie es vielleicht nicht bis zur Umsetzung schaffen.

Kreativität und Selbstvertrauen. Der Schlüssel zu Ihrem Kreativbewusstsein, Verlag Herman Schmidt Mainz, ISBN 978-3874398596, € 29,80

geschrieben am 16.09.2014 um 15:31 Uhr.