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Das Buch des Wissenschaftsjournalisten und Sachbuchautors Daniel H. Pink befasst sich – wie viele andere Bücher – mit dem Thema Motivation. Allerdings anders, als man es vielleicht erwartet.
Buchtipp: Was uns wirklich motiviert

Er wirft nämlich die traditionellen Motivationssysteme über den Haufen. Geld und Belohnungen, so seine Aussage, motivieren genau so wenig wie Druck und Bestrafung. Also weg mit Zuckerbrot und Peitsche? Aber was dann?

Der Antrieb eines Menschen/Mitarbeiters/Kindes komme nicht in erster Linie von außen, so Pink, sondern von innen. Dafür führt er viele Beispiele an. Im Grunde genommen kann man seine Ausführungen auf den Satz „Arbeit muss Sinn geben“ reduzieren. Denn das ist es laut Pink, was der Mensch sucht. Das Bedürfnis nach Kompetenz, Selbstbestimmung und der Verbundenheit mit anderen sei uns in die  Wiege gelegt: „Haben Sie jemals ein Kind im Alter von sechs Monaten oder einem Jahr gesehen, das nicht neugierig und selbstbestimmt ist? Ich nicht. So kommen wir auf die  Welt.“ Wikipedia und andere Open-Source-Projekte seien der beste Beweis dafür, dass sich Menschen sogar ohne Bezahlung engagierten und arbeiteten. Sie wollen es tun.

Sinnerfüllung statt Pflichterfüllung

Pflichterfüllung, so der Autor weiter, sei lange Jahre die Standardeinstellung von Motivation gewesen, doch heute sei es die Leidenschaft, eine Sache immer besser zu machen. Außerdem wünschten sich die meisten Menschen, etwas zu einer besseren Welt beizutragen, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

Pink zieht die Verbindung zur Mitarbeitermotivation und den Aufgaben von Unternehmen heute.  „Für Routineaufgaben, die nicht wirklich interessant sind und kein besonders kreatives Denken erfordern“, so der Autor, „können Belohnungen ein kleiner Motivationsschub ohne schädliche Nebenwirkungen sein.“ Für alles andere seien sie kontraproduktiv. Natürlich müssten Mitarbeiter gut entlohnt werden, aber das ersetze niemals ein Lob oder ein freundliches Dankeschön. Übrigens stützt eine aktuelle Entwicklung die Theorie von Pink: Junge Menschen legen, wenn Sie sich für ein Unternehmen entscheiden, zunehmend Wert auf nicht-materielle Vorteile wie Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten, Home Office etc.

Das Buch erklärt nicht nur, wie wir uns motivieren, sondern hält auch zahlreiche Tipps für Mitarbeiter- und Selbstmotivation bereit sowie für die Motivation von Kindern. Die Zeit für ein Upgrade überkommener Motivationssysteme sei reif, meint Pink. Unter anderem empfiehlt er Kontrollverzicht, weniger Prämiensysteme, Sinnmaximierung und Selbstbestimmung der Mitarbeiter. Etwas lässt Pink jedoch aus: Auch Geldgier, Egoismus und Herdentrieb sind ein Teil der menschlichen Natur.

Drive. Was Sie wirklich motiviert von Daniel H. Pink, Ecowin, ISBN 3902404957, € 21,90


geschrieben am 28.09.2011 um 15:55 Uhr.