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Jeder Unternehmer muss sich mit Prognosen befassen. Ohne Prognosen bleibt die Zukunft seines Unternehmens im Dunkeln. Ohne Prognosen kann er auf Marktentwicklungen nur reagieren und nicht agieren.
Buchtipp: Die Berechnung der ZukunftDoch es ist eine der schwierigsten Aufgaben, Aussagen über die Zukunft zu treffen. Wir erleben ständig, dass Prognosen falsch sind oder Entwicklungen gar nicht vorhergesehen werden. Der Amerikaner Nate Silver geht auf fast 600 Seiten der Frage nach, warum das so schwierig ist.

Silver ist Statistiker und sozusagen der Popstar der Prognose. 2012 hat er die Wahlergebnisse aller 50 amerikanischen Bundesstaaten absolut exakt vorausgesagt. In seinem Buch erklärt er, weshalb so viele Prognosen falsch sind und wie wir es besser machen können. Die Beispiele, die er analysiert, kennen wir alle: die globale Erwärmung, den Terrorismus und die Finanzmarktkrise. Silver sagt: „Wir werden niemals vollkommen objektive Vorhersagen anstellen können, sie werden immer durch unsere subjektive Sicht verfälscht sein.“ Damit nennt er auch schon den wichtigsten Grund dafür, dass Prognosen nicht stimmen – unsere selektive Wahrnehmung und Bewertung von Informationen. Prognostiker, so seine These, sehen Informationen oft nicht so, wie sie sind, sondern so, wie sie sie haben wollen. Gerade Ökonomen würden auf der Basis fester politischer Überzeugungen analysieren.

Denken in Wahrscheinlichkeiten

Am Beispiel der Finanzkrise zeigt der Autor nicht nur, dass es durchaus Menschen gab, die sie prognostizierten, sondern er zeigt auch, dass zum Beispiel hinter dem Triple-A-Rating der Agenturen für hoch komplexe Wertpapiere fehlerhafte Berechnungsmodelle steckten und Warnungen ignoriert wurden. Man habe keine Erfahrungen mit diesen Wertpapieren gehabt und sei von Annahmen ausgegangen. Deshalb sei die Ausfallquote dieser Papiere durch das Rating mit nur 0,12 Prozent angesetzt worden, tatsächlich seien es dann 28 Prozent gewesen. „Manchmal wollen wir, dass die Party weitergeht“, schreibt er dazu.

Die Voraussetzungen für gute Prognosen sei das Denken in Wahrscheinlichkeiten, sich in andere perspektiven zu begeben, Fehler einzugestehen und neue Informationen laufend in die Prognose zu integrieren und sie dadurch ständig zu aktualisieren. Nach Silver ist es wichtig, sich der eigenen Fehlbarkeit bewusst zu sein, fachübergreifend und vorurteilsfrei zu denken, Unsicherheiten und die eigene Fehlbarkeit zu akzeptieren  und auf konkrete Beobachtungen zu setzen statt auf Theorien.  Es sei nötig, nicht nur Informationen zu hinterfragen, sondern auch die subjektiven Überzeugungen.  Auf die Wirtschaft bezogen: „Die Wirtschaft befindet sich in ständiger Veränderung; Erklärungsmodelle, die in einem Konjunkturzyklus anwendbar sind, lassen sich nicht unbedingt auf die folgenden übertragen.“

Die Berechnung der Zukunft von Nate Silver, Heyne, ISBN 3453200487, € 24,99

geschrieben am 05.05.2014 um 15:01 Uhr.