Rupp Spritzguss-Technik

mit Herz und Know-how

Aktuelles

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Kunststoff-Material
Wussten Sie, dass 1950 weltweit gerade einmal eine Million Tonnen Kunststoff hergestellt wurde? 2013 wurden 250 Millionen Tonnen produziert. Nach Angaben des Verbands der Kunststoffverarbeitenden Industrie verarbeitete 2014 allein die deutsche Industrie 13,6 Millionen Tonnen Kunststoff. Der Umsatz betrug insgesamt 59 Milliarden Euro. Angesichts dieser Zahlen ist mir um die Zukunft des Spritzgusses nicht bange – zumal der Trend zum Leichtbau der Kunststoffindustrie neuen Schub verleiht.
Spritzguss hat Potenzial
Innovativ über Geschäftsmodellinnovation
Digitalisierung und Globalisierung stellen Geschäftsmodelle so schnell auf den Kopf wie nie zuvor.  Wer 30 Jahre lang Erfolg hatte, kann schon morgen erfolglos sein. Grund genug, das eigene Geschäftsmodell hin und wieder auf den Prüfstand zu stellen, eventuell zu modifizieren oder gar ein neues zu entwickeln. Das Buch „Business Model Generation“ zeigt, wie man die Sache angeht.
„Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer“ lautet der Untertitel dieses Buchs von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur.  Auf jeden Fall ist es ein ungewöhnliches Buch was Format, Layout, Entstehungsgeschichte und Inhalt anbelangt. Immerhin haben 470 Autoren/Profis aus 45 Ländern daran mitgewirkt. Der Austausch erfolgte über eine Online-Plattform, die die beiden Autoren angelegt hatten. Letztlich stecken in dem Buch 1.360 Kommentare, 137.757 Online-Stellungnahmen vor Erscheinen des Buches, 77 Forumsdiskussionen und 287 Skype-Telefonate.
Visuelle Darstellung bringt Klarheit
Der Aufwand hat sich gelohnt, denn das Buch über Geschäftsmodelle beziehungsweise Geschäftsmodellinnovationen ist nicht nur praxisnah – es ist sozusagen mitten aus dem Leben gegriffen und beschreibt klar, nachvollziehbar und mit vielen Beispielen, wie man ein Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellt, neue Ideen prüft und schließlich ein neues Geschäftsmodell implementiert. Und das geschieht nicht nur mit Worten, sondern ebenso durch die visuelle Darstellung mit Grafiken und Bildern. Manche Seiten sehen aus wie eine Pinnwand mit unzähligen Post-its. Sie bilden sozusagen die Realität ab, den Prozess, wie er in der eigenen Firma ablaufen könnte.
Start-up-Methoden kennenlernen
Die Autoren stellen mit der Business Model Canvas die Methodik moderner Start-ups und großer Unternehmen gleichermaßen in den Mittelpunkt. Nach der Lektüre der ersten 50 Seiten kann jeder Leser seine eigene Business Model Canvas erstellen. Nach der Lektüre des ganzen Buchs weiß er, wie er schnell und kostengünstig neue Ideen und Geschäftsmodelle testen, bewerten und gegebenenfalls umsetzen oder sein bestehendes Geschäftsmodell aufpolieren kann. Jeder Schritt wird textlich und visuell dargestellt und an einem oder mehreren Beispielen verdeutlicht.
Business Model Generation, Campus-Verlag, ISBN 978-3-593-39474-9, € 34,99 

Präziser, schneller und ressourcenschonend

Aber es wird sich auch einiges verändern. Wir werden uns zunehmend mit Ressourcenschonung in jeder Hinsicht befassen müssen. Das betrifft Maschinen und Material ebenso wie alle Prozesse, die noch viel präziser werden müssen als sie es ohnehin schon sind. Und wir müssen schneller werden und dabei trotzdem fehlerfreie Abläufe garantieren. Industrie 4.0 wird uns dabei helfen. Nachhaltige Maschinen- und Produktionstechniken sind unerlässlich. Nach Ansicht von Dr. Karlheinz Bourdon, Vice President Technologies im Segment Spritzgießtechnik der KrausMaffei Gruppe, bietet die passende Kombination aus Maschine, Werkzeug und Verfahren den notwendigen Rahmen für eine wirtschaftliche Produktion.

Bei der Ressourcenschonung wird man über die Produktion hinaus ins Detail gehen müssen. Wenn wir durchgängig energieoptimiert arbeiten, können wir zum Beispiel alleine durch die Umstellung  auf LED-Beleuchtung  zwei Drittel der Stromkosten für die Beleuchtung  einsparen, das sind immerhin 20.000 Euro im Jahr. Solarzellen auf dem Dach und optimierte Druckluftkompressoren senken die Energiekosten weiter.

Auf dem Weg zu 5K

Wenn man es genau betrachtet, ist mittlerweile die ganze Welt aus Plastik. Produkte aus Kunststoff wurden lange Zeit gegenüber Produkten aus Holz und Metall als minderwertig betrachtet. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. In vielen Branchen werden immer mehr Metall- durch Kunststoffteile ersetzt, nehmen Sie nur den Automobilbau als Beispiel. Mittlerweile befassen sich die Entwickler schon mit Kunststoffmotoren. Die Materialien werden sich weiterentwickeln und damit auch ihre Einsatzgebiete. CFK sind nur der Anfang. Damit einhergehen wird der weitere Aufstieg der Mehrkomponententechnik, auf die sich Rupp früh spezialisiert hat. Die Technologie wird voranschreiten. Durch die Mehrkomponententechnik kann man schon jetzt Montageprozesse sparen. Vielleicht sind wir ja bereits auf dem Weg zu 5K.

Mehr Zusammenarbeit

Zwei weitere Dinge werden nach meiner Ansicht ebenfalls immer wichtiger: die Bereitschaft, in die Entwicklung der Mitarbeiter zu investieren und mit anderen zusammenzuarbeiten, sei es mit Wettbewerbern, Lieferanten oder Kunden. Wer sein Unternehmen entwickeln möchte, muss auch seinen Mitarbeitern die Möglichkeit zur Entwicklung geben. Motivierte und kompetente Mitarbeiter entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Der Werkzeugbau zum Beispiel spielt angesichts komplexerer Bauteile und Baugruppen eine immer wichtigere Rolle. Er ist Entwicklungspartner von der ersten Idee über den eigentlichen Werkzeugbau bis hin zur Serienproduktion.

Ähnlich verhält es sich mit der Öffnung des Unternehmens nach außen. Viele Spritzgießer sind wie wir kleinere Familienunternehmen mit begrenzten Kapazitäten. Wir sind dazu gezwungen, uns externe Kompetenz dazu zu holen. Schon jetzt lösen wir manche Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten und tauschen uns im Cluster Kunststoff-Spritzguss mit anderen Unternehmen aus. Wir sind offen und laden gerne Besucher ins Unternehmen ein. Die fortschreitende Digitalisierung erzwingt sowieso eine gewisse Öffnung und Transparenz. Wir müssen unser Know-how-Köfferchen aufmachen, um die besten Lösungen für unsere  Kunden und deren Kunden zu finden. Unternehmen, die sich abschotten, verschenken zahlreiche Chancen.

Andreas Rupp

 

 

 

geschrieben am 21.09.2015 um 10:08 Uhr.