Rupp Spritzguss-Technik

mit Herz und Know-how

Aktuelles

Aktuelles

Spritzguss-Fertigung
KraussMaffei zählt zu den führenden Herstellern von Spritzgießmaschinen.  
Dipl-Ing. Jochen Mitzler, Leiter strategisches Produktmanagement bei Kraus Maffei, gibt interessante Einblicke über die Maschinen und Verfahrenstechnologien von Morgen.
.
Mehr Produktionsintelligenz

Redaktion: Herr Mitzler, Sie haben in der Zeitschrift „Kunststoffe“ einen Artikel veröffentlicht, in dem Sie eine Maschine vorstellen, mit der in einem einstufigen Prozess ein Spritzgießteil hergestellt und gleich lackiert werden kann. Ist das die Zukunft?

Jochen Mitzler: Wenn wir bei KraussMaffei über die Zukunft nachdenken, befassen wir uns mit den so genannten Megatrends und leiten daraus die künftigen Wünsche unserer Kunden ab. Im Automobilbau zum Beispiel sehen wir fünf Megatrends: Leichtbau, Oberfläche, Funktionsintegration, Nachhaltigkeit sowie Optik. Übergeordnet ist der Trend zu mehr Effizienz in allen Bereichen wie Kosten-, Ressourcen-, Material- und Energieeffizienz. Die Forderung nach mehr Effizienz ist in der Maschine, die Sie erwähnt haben, gleich mehrfach umgesetzt: Die Teile müssen nach dem Spritzgießen nicht mehr staubdicht verpackt, transportiert, entfettet und vorbehandelt werden, damit sie schließlich lackiert werden können. Etwaige Nacharbeiten entfallen.

In Europa findet außerdem gerade ein sehr großer Wandel hin zur Spezialisierung statt.  Das ist eine Möglichkeit für Unternehmen, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Firma Rupp hat durch die Entscheidung, auf die 2K-Technik zu setzen, bereits einen Schritt auf diesem Weg getan.

Wir betrachten uns nicht nur als Maschinenhersteller, sondern als Innovationsführer für neue Technologien. Die Kunden suchen nach immer noch effizienteren Verfahren. Der Maschinenbau steht hier ganz klar in der Pflicht. Für neue, innovative  Produktionslösungen arbeiten wir eng mit strategischen Partnern wie  Rohstoffherstellern, Kunden, Hochschulen und Werkzeugpartnern zusammen.
 
Redaktion: Wie sehen Sie die Zukunft der Mehrkomponententechnik? Da gibt es ja sicherlich einige Potenziale.
                                                                                
Jochen Mitzler:
Es wird definitiv auch künftig die klassische Spritzgießtechnik geben, aber die Mehrkomponententechnik wird sich weiterentwickeln, da die Nachfrage nach funktionalisierten Kunststoffbauteilen meist eine wirtschaftlich interessante Lösung ist. Der Kunde möchte heute zum Beispiel eine Dichtlippe direkt am Bauteil haben und nicht nachträglich befestigen müssen. Mit dem neuen IMKS-Verfahren (integriertes Metall-Kunststoff-Spritzgießen), das in Zusammenarbeit mit unserem Partner Krallmann IKV entwickelt wurde, integrieren wir metallische Leiterbahnen mit Tastfunktionen direkt in ein thermoplastisches Bauteil. Das ist eine echte Funktionalisierung von Kunststoffen.

Um diese Technologien umzusetzen,  müssen die Unternehmen in Know-how investieren und in die  Ausbildung ihres Personals.

Redaktion: Welche Unterstützung können die Unternehmen von KraussMaffei beim Thema Effizienz  aktuell erwarten?
                                                                  Konstante Bauteilqualtät
Jochen Mitzler: Wir sind der Meinung, dass die Präzision des Spritzgießens höchste Priorität haben sollte.  Nur dadurch lassen sich Bauteile von höchster Qualität herstellen. Je präziser die Maschine arbeitet, desto geringer der Ausschuss, desto weniger Material und Energie werden verschwendet. Deshalb haben wir  „Adaptive Process Controll – APC“ entwickelt. Mit dieser neuen Maschinenfunktion können Schwankungen im Fertigungsprozess beim Spritzgießen sofort kompensiert werden. Verarbeiter profitieren von einer konstant hohen Bauteilqualität.
Revolutionär ist, dass bei APC die Bauteilqualität als ausschlaggebende Regelgröße dient. Da die APC-Funktion in jedem Zyklus korrigierend eingreift, eröffnen sich bisher ungeahnte Möglichkeiten für ein robustes und effizienteres Spritzgießen.

Die von KraussMaffei entwickelte und patentierte APC-Funktion passt den Umschaltpunkt und das Nachdruckprofil in jedem Zyklus an die aktuelle Schmelzeviskosität und den aktuellen Fließwiderstand im Werkzeug an. Abweichungen können auf diese Weise noch im selben Schuss ausgeglichen werden. Dies führt dazu, dass deutlich geringere Schwankungen des Formteilgewichts auftreten. Schwankungen im Fertigungsprozess die durch äußere Einflüsse wie wechselnde Temperaturen, Klimabedingungen oder Chargen ausgelöst werden, können so sicher ausgeglichen werden.


Bildunterschriften:

Bild 01Echte Funktionalisierung von Bauteilen mit dem IMKS-Verfahren

Bild02 -
Nach einem Materialwechsel können bei Spritzgießmaschinen deutliche Schwankungen in der Bauteilqualität auftreten (oben). Mit APC lässt sich eine konstant gute Bauteilqualität erzielen (unten).





 

geschrieben am 13.02.2015 um 09:47 Uhr.