Für unsere Kunden bilden Form und Funktion zunehmend eine Einheit. Beides muss stimmen. Design wird also zunehmend wichtiger. Es ist das erste, was ein Kunde von einem Produkt wahrnimmt. Da mag ein Produkt noch so überzeugende technische Eigenschaften haben – ist das Design schlecht, wird es von potenziellen Käufern erst gar nicht wahrgenommen. Das gilt auch für Industrieprodukte. Gekauft wird mit Emotion, auch wenn wir das nicht gerne zugeben, weil wir selbst uns für rational entscheidend sehen wollen. Dass diese Annahme nicht stimmt, hat uns das Neuromarketing schon lange bewiesen.

Design braucht Konzepte, Inhalte und Strategien
Am 1. und 2. Dezember fand im Forum in Ludwigsburg das Creativity World Forum 2009 unter dem Motto „...where creativity meets technology“ zum ersten Mal in Deutschland statt. Es ist eine Veranstaltung des internationalen Netzwerks „Districts of Creativity“, in dem sich die 13 innovativsten und kreativsten Regionen der Welt zusammengeschlossen haben. Einer der Redner war Prof. Hartmut Esslinger, der Gründer von „frog design“ und Designer für Apple. Fachleute sind sogar der Meinung, dass Apple ohne Esslinger nicht zur Kultmarke geworden wäre.
Der Professor erläuterte, dass Design zunehmend dafür verantwortlich sei, ganzheitliche Erlebnisse zu gestalten, die Identität schafften. Design müsse Menschen auf emotionale Weise ansprechen im Sinne von „form follows emotion“. Design würde deshalb schon lange nicht mehr alleine stehen, sondern es gehe um Konzepte, Inhalte und Strategien. Auch beim Industriedesign müssten emotionale und kulturelle Aspekte einbezogen werden: „Die Dinge stehen nicht an und für sich, sondern für uns. Für Menschen mit einer Geschichte und dem Bedürfnis, sich in Objekten zu vergegenständlichen.“ Sein Unternehmen befasse sich deshalb auch nicht mehr „nur“ mit Design, sondern unterstütze seine Kunden bei der Identitätsfindung. Der Erfolg eines Unternehmens hänge zunehmend von innovativen und kreativen Prozessen und der nachhaltigen Veränderung ab. Die Wurzeln dafür lägen im Bereich Design und Gestaltung. Design müsse zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategie entwickelt werden. Dafür, so der Professor, sei es notwendig, die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und kreativen Köpfen zu fördern.
Tipp: Mehr Einblick in das Thema Design gibt das Buch „Schwungrat: Wie Design-Strategien die Zukunft der Wirtschaft gestalten“ von Hartmut Esslinger.
geschrieben am 11.12.2009 um 11:54 Uhr.