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Der Buchtitel, den Reinhard K. Sprenger, seinem Werk über Führung gegeben hat, ist Programm.Der Buchtitel, den Reinhard K. Sprenger, seinem Werk über Führung gegeben hat, ist Programm.
Buchtipp: Radikale FührungSprenger wirft in seinem Buch die Frage nach dem Zweck von Führung auf und beantwortet sie eindeutig: „Das Überleben des Unternehmens zu sichern.“ Führung wird für Erfolg bezahlt, sagt er. Deshalb unterscheidet er nicht zwischen guter und schlechter, sondern zwischen erfolgreicher und nicht erfolgreicher Führung.

Ein Unternehmen überlebt wirtschaftlich, wenn es die Probleme seiner Kunden löst. Sprenger sagt: „Alles was wir tun, tun wir im Blick auf den Kunden und von dem her definieren wir unsere Existenzberechtigung.“ Dabei stehen sich viele Unternehmen anscheinend selbst im Weg – schuld daran sind die Führungskräfte, denn sie beschäftigen sich zu sehr mit Sach- statt mit Führungsaufgaben.
       
Der Managementberater und Führungsexperte ist der Meinung, dass Führung im Wesentlichen aus fünf Aufgaben besteht, die sich aller Managementtheorien und –modelle zum Trotz niemals ändern:

* Zusammenarbeit organisieren
Er empfiehlt, sich an den Problemen der Kunden zu orientieren. Das Unternehmen als Ganzes brauche einen gemeinsamen Zweck. Interne Kooperation müsse attraktiv sein. Die Stärkung der Gemeinschaft und nicht die Schwächung des anderen führe zum Erfolg.

* Transaktionskosten senken
Transaktionskosten entstehen nicht nur am Markt, sondern auch im Unternehmen. Gute Führungskräfte seien sich dieser Tatsache bewusst und achteten darauf, die Transaktionskosten im Unternehmen zu senken, also die Kosten für Verwaltung, Bürokratie, Prozesse etc.

* Ziel- und Wertkonflikte entscheiden

Führung muss die Entscheidungsfähigkeit im Unternehmen sichern, besonders wenn es Konflikte gibt. Doch gerade notwendige Entscheidungen würden oft nur zögerlich getroffen. Entscheidungsstärke bedeutet nach Sprenger, Unsicherheit und Unklarheit zu akzeptieren und trotzdem zu entscheiden. Entscheidungen ohne Risiko gebe es nicht, man müsse lediglich Risiko und Chance abwägen.

* Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern

Krisen sind für Unternehmen wichtig. Wenn es ihnen zu gut geht, werden sie träge. Deshalb gehöre es zu den Aufgaben der Führung, die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens zu stärken. Führung solle Routinen stören, die Organisation veränderungsbereit aufstellen, Besitzstandsdenken verhindern, Querdenken, Wachsamkeit und Skepsis fördern und zum Experimentieren einladen. Erfolgsrezepte der Vergangenheit seien niemals die Erfolgsrezepte der Zukunft.

* Mitarbeiter führen
„Finde die Richtigen, vertraue ihnen, fordere sie heraus, sprich häufig miteinander, bezahle sie gut und fair und dann geh aus dem Weg. Und dieses ‚Aus-dem-Weg-gehen‘ ist vielleicht das Wichtigste. Die einzig legitime Idee von Mitarbeiterführung ist die Selbstführung“, so der Autor.

In einem Interview zu seinem Buch sagt Sprenger: „Ich glaube, ich bin zum Teil sehr pragmatisch mit meinen Vorschlägen, das heißt, ich sage sehr konkret, wie diese Aufgaben zu erfüllen sind. Dennoch bleibe ich natürlich bei meinem Grundsatz, Erfolgsrezepte gibt es nicht. Was ich beschreibe sind Zutaten, aber kochen muss der Leser selbst.“

Reinhardt K. Sprenger: Radikale Führung (inkl. E-Book), Campus-Verlag, ISBN 9783593394626, € 24,99


geschrieben am 19.02.2013 um 10:34 Uhr.