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In seinem neuen Buch „Wenn Grenzen keine sind. Management und Bergsteigen“ zieht Prof. Dr. Fredmund Malik, Professor für Unternehmensführung in St. Gallen in der Schweiz, Managementvordenker und Gründer von Malik St. Gallen, Parallelen zwischen Bergsteigern und Managern.

Buchtipp: Manager und BergsteigerSelbst passionierter Bergsteiger, bezeichnet er diesen Sport als Lebens- und Führungsschule.  Am Berg und im Management zählen Vertrauen, Verantwortung und Ethik, so Malik. Und beim Bergsteigen zähle allein der Gipfel, das Ziel. Ebenso sei es im Management. Es zähle einzig und allein das Resultat.

Die Geschichte des Bergsteigens ist ein einziger Beweis dafür, dass Menschen mehr leisten können, als zu jeder Zeit vermutet wurde. Der Schlüssel zu außergewöhnlichen menschlichen Leistungen liegt in der besonderen Art zu handeln. Wie man Managementaufgaben professioneller und wirksamer als andere erfüllt, insbesondere unter komplexen und oft nur schwer vorhersehbaren Bedingungen, kann mit dem Bergsteigen veranschaulicht werden. So ist bereits die Planung und Vorbereitung einer mittleren Bergtour eine anspruchsvolle Aufgabe. Im Zentrum steht dabei die Notwendigkeit, für alle denkbaren Ereignisse vorzusorgen. Hier zeigt Malik die spannenden Parallelen zum Manager auf, der etwa vor einer wichtigen Verhandlung innerlich durchspielt, wie das Gegenüber sich verhalten und argumentieren könnte. Das mentale Programmieren ist in beiden Bereichen eine wichtige Fähigkeit, um erfolgreich zu sein.

Helden unerwünscht

Nahezu ketzerisch mutet es an, wenn der Autor sagt, wer sich mit einem Unternehmen identifiziere, könne keine Führungsrolle übernehmen, denn er sei ein Mitläufer. Er schreibt: „Identifikation im Sinne der Psychologie ist in der Regel verbunden mit dem Verlust der Fähigkeit, kritisch zu denken und überlegt zu handeln.“ Und auch von charismatischen Führungspersönlichkeiten hält Malik nicht viel, denn Charisma alleine qualifiziere nicht für eine Führungsaufgabe. Es gehe um die Arbeitsweise des Managers. Erfolgreiche Manager handelten diszipliniert und hielten sich an Regeln. Ihre Vorgehensweise sei strukturiert, methodisch fundiert und professionell. Immer wenn es darum gehe, durch das Zusammenwirken vieler Menschen Ziele zu erreichen, brauche man eine ordnende Kraft. Das ist nach Maliks Verständnis die Managementfunktion. Sie generiere aus Ressourcen Ergebnisse. Management sorge dafür, dass sich das, was die Menschen in der Organisation an schöpferischem Potenzial mitbringen, angemessen entfalten könne. Er zieht die Analogie zum Sport, zum Bergsteigen: Talent wolle gefördert und trainiert werden. Erst dann komme es voll zur Geltung. Erfolgreich seien Unternehmen, die die Stärken ihrer Mitarbeiter an der richtigen Stelle zur Entfaltung bringen.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Autor den Themen Innovation, Komplexität, Umgang mit Risiken und Entscheidungsfindung.  Viele seiner Empfehlungen und Ansichten sind bereits aus früheren Werken bekannt, doch dank der Analogien zum Bergsteigen werden sie sehr plausibel und einprägsam.

Fredmund Malik: Wenn Grenzen keine sind, Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50029-4, € 27

geschrieben am 24.07.2014 um 09:55 Uhr.