
Besonders interessant sind die Ausführungen der Autoren für alle, die Veränderungen in Organisationen anschieben und umsetzen wollen. Gerade in dieser Situation kommen emotionale Viren häufig vor. Sie heißen Angst, Ablehnung, Misstrauen etc. Und genau wie normale Viren sind sie ansteckend und können auf ganze Gruppen übergreifen. Besonders gerne treten sie bei Macht- und Wertekonflikten wie Fusionen auf und bei Veränderungsprozessen. Plötzlich herrscht schlechte Stimmung, Unzufriedenheit breitet sich aus, die Organisation ist nur noch mit sich selbst beschäftigt.
Die Autoren zeigen, wie man ein emotional starkes Unternehmen aufbaut. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Förderung der so genannten kollektiven Intelligenz. Dafür ist es nach Meinung der Autoren nötig, Vertrauen zu schaffen und die Vernetzung der Mitarbeiter zu unterstützen. Dadurch entstünden Sinngemeinschaften und vertiefte Beziehungen. Ein wichtiges Erfolgskriterium der kollektiven Intelligenz sei die Vielfalt Mitglieder der Organisation, denn das erhöhe die Kreativität. Allerdings: zu viel Unterschiedlichkeit schade und steigere das Konfliktpotenzial.
Letztlich geht es darum, damit umzugehen, dass Menschen bzw. Mitarbeiter nicht nur rational handelnde Wesen sind, sondern Gefühle haben, die Einfluss auf ihr Verhalten nehmen. Sicherlich hat jeder schon einmal erlebt, dass sich eine negative Stimmung in einer Organisation aufbaut, weil einige ihre Unzufriedenheit in die Gruppe hinein tragen und die anderen sie übernehmen. Früher nannte man das ein schlechtes Betriebsklima. Mit den emotionalen Viren haben die Autoren eine einfache und gut verständliche Metapher gefunden, die ein komplexes Thema durchschaubar macht.
Das emotionale Unternehmen von Jochen Peter Breuer und Pierre Frot, Gabler-Verlag, ISBN 978-3834920768, € 39,95
Patrick Tzschach ist Leiter des Rupp-Werkzeugbaus und Ausbilder. Das Thema Ausbildung ist für ... (mehr)
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