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Haben Sie Weihnachtsgeschenke über das Internet bestellt? Dann können Sie ziemlich sicher sein, dass Google & Co. wieder einige neue Daten über Sie gesammelt haben und sie künftig dazu benützen werden, Ihnen jedes Mal, wenn Sie im Internet unterwegs sind, passgenaue Werbung in den Weg zu legen.
Buchtipp: Gefährliches BlubbernNicht so schlimm, meinen Sie? Doch, sehr schlimm, sagt Eli Pariser, Autor des Buchs „Filter Bubble“, denn das Internet bestimme zunehmend unsere Realität. In seinem Buch erklärt er, wie durchsichtig Internetnutzer inzwischen für Google und die werbetreibende Wirtschaft sind. Durch unsere Klicks ermöglichen wir ihnen die Personalisierung dessen, was wir im Internet zu sehen bekommen. Das heißt, wenn wir im Netz etwas suchen, erhalten wir nicht mehr die relevantesten Artikel zuerst, sondern diejenigen, die unserem Profil entsprechen. Der Unternehmer, der nach „Mindestlohn“ googelt, erhält andere Informationen angezeigt, als der Gewerkschafter, der dasselbe tut.

Pariser betrachtet die Sammelwut von Google & Co. sowie die fortschreitende Personalisierung im Internet sogar als Angriff auf die Demokratie. Demokratie brauche vielfältige Betrachtungsweisen, doch das Internet gaukle uns eine eigene Welt vor, in der wir nur einen Ausschnitt der Realität sehen: „Demokratie verlangt gemeinsame Grundsätze, aber man setzt uns in parallele, aber getrennte Universen.“ Der Autor nennt das die „Filter Bubble“ – die Filter-Blase, unsere eigene kleine, vom Internet bestimmte Welt.

Die Filter Bubble führe auch dazu, dass Kreativität und Erfindergeist verloren gingen. Die immer ähnlicheren Informationen, die perfekt in das eigene Universum passen, würden uns daran hindern, Neugierde zu empfinden, denn unsere Ansichten würden immer wieder bestätigt, weil das Internet davon abweichende Meinungen ausklammere.

Vielleicht sieht der Autor die Dinge zu schwarz. Vielleicht traut er den Menschen zu wenig zu. Aber es lohnt sich allemal, das Buch zu lesen, denn tatsächlich wissen wir viel zu wenig darüber, wie das Internet funktioniert und wie wir manipuliert werden. Wir haben vielleicht schon bemerkt, dass uns Amazon immer wieder Bücher vorschlägt, die zu unseren bisherigen Bestellungen passen. Vielleicht ist uns auch schon aufgefallen, dass wir auf unserem Weg durchs Netz immer wieder Werbung für Dinge begegnen, nach denen wir schon einmal gegoogelt haben. Parisers Buch bringt Licht ins Dunkel: Er erklärt, wie das System funktioniert, wo die größten Gefahren lauern und wie wir uns am besten schützen
können.  Oder wie Kilian Trotier in „Die Zeit“ schrieb: „Pariser dekliniert in Filter Bubble durch, was es für unsere vernetzten Gesellschaften bedeutet, wenn die großen Player unser Leben vorsortieren, ohne dass wir die Kriterien kennen, und aus unserer Suchvergangenheit auf unsere Suchzukunft schließen.“

Filter Bubble, Eli Pariser, Hanser-Verlag, ISBN 978-3446430341, € 19,90

geschrieben am 16.12.2013 um 09:46 Uhr.